
Betreuung
Patientenverfügung: Was sie regelt und wie man sie erstellt
06. Mai 2026
Lesezeit: 6 Min.
Lennardt Hachmeister
Was soll passieren, wenn man selbst nicht mehr sprechen kann — bei einem schweren Schlaganfall, bei fortgeschrittener Demenz, am Ende des Lebens? Die Patientenverfügung gibt die Antwort. Sie ist ein rechtlich verbindliches Dokument, das Ärzte und Pflegepersonal bei ihrer Arbeit bindet.
Sonnenseite Alltagshilfen ist anerkannter Anbieter nach § 45a SGB XI (KSV Sachsen). Das Thema Patientenverfügung berührt unsere Arbeit täglich — viele Senior:innen haben keine und wünschen sich Orientierung.
Das Wichtigste in Kürze: Patientenverfügung
- ✓Eine Patientenverfügung ist rechtlich bindend (§ 1827 BGB).
- ✓Sie regelt: Einwilligung in oder Ablehnung von medizinischen Maßnahmen.
- ✓Kein Notar erforderlich — handschriftlich mit Datum und Unterschrift gültig.
- ✓Regelmäßig aktualisieren (Datum erneuern alle 2–5 Jahre empfohlen).
- ✓Kombinieren mit Vorsorgevollmacht — für optimale Absicherung.
- ✓Kostenlose Vordrucke vom Bundesjustizministerium verfügbar.
Was kann in einer Patientenverfügung geregelt werden?
- •Lebenserhaltende Maßnahmen: Beatmung, künstliche Ernährung, Wiederbelebung — wünschen oder ablehnen.
- •Schmerzbehandlung: Ausdrücklicher Wunsch nach bestmöglicher Schmerzlinderung, auch wenn das Leben dadurch verkürzt werden könnte.
- •Sterbeort: Zu Hause, im Krankenhaus oder im Hospiz.
- •Organspende: Zustimmung oder Ablehnung.
- •Situation bei Demenz: Was gilt, wenn man durch Demenz nicht mehr urteilsfähig ist — und trotzdem noch lebenswillig wirkt?
So erstellen Sie eine Patientenverfügung — Schritt für Schritt
- 1Informieren: Lesen Sie sich in das Thema ein. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt — er kann die medizinischen Fachbegriffe erklären.
- 2Vordruck wählen: Kostenlose Vorlagen beim Bundesjustizministerium (bmj.de) oder der Verbraucherzentrale. Alternativ: Beratungsangebote von Caritas, VdK, Diakonie in Dresden.
- 3Konkret werden: Allgemeine Formulierungen ("keine lebensverlängernden Maßnahmen") sind weniger verbindlich als konkrete Beschreibungen der Situationen.
- 4Datum und Unterschrift: Handschriftlich unterschreiben und datieren. Ohne Datum und Unterschrift ist die Verfügung nicht gültig.
- 5Regelmäßig aktualisieren: Erneuern Sie die Unterschrift alle paar Jahre — das zeigt, dass der Wille noch aktuell ist.
- 6Aufbewahrung: Gut zugänglich aufbewahren — Hausarzt, Bevollmächtigte, persönliche Unterlagen. Nicht im verschlossenen Tresor.