
Betreuung ohne Pflegegrad organisieren: Privatkosten, Eilantrag, Anlaufstellen
Nicht jeder Hilfebedarf wartet auf einen Pflegegrad-Bescheid. Wenn jetzt Unterstützung gebraucht wird, hilft eine klare Trennung zwischen Soforthilfe (privat) und parallelem Antrag.
Kurzantwort
Den Stundensatz und mögliche Zusatzkosten bei Sonnenseite nennen wir Ihnen im kostenlosen Erstgespräch. Die Mindestbuchung beträgt 1,5 Stunden. Auch ohne Pflegegrad ist eine private Buchung möglich. Besteht längerfristiger Pflegebedarf, prüfen Sie parallel einen Antrag auf Pflegegrad.
Was Betreuung ohne Pflegegrad konkret kostet
Ohne Pflegegrad zahlen Sie als Privatperson direkt – ohne Pflegekassen-Abrechnung. Bei Sonnenseite gelten die gesetzlichen Höchstsätze der SächsPflUVO 2025:
- •Haushaltsnahe Dienstleistungen: Stundensatz im persönlichen Angebot
- •Begleitung und Einzelbetreuung: Stundensatz im persönlichen Angebot
- •Mindestbuchung: 1,5 Stunden (90 Minuten)
- •Fahrtkosten: vor der Buchung im persönlichen Angebot klären
Privatkosten sind nach § 35a EStG steuerlich absetzbar: 20 % der Rechnung (max. 4.000 EUR Ermäßigung/Jahr). Siehe Detail-Artikel zur steuerlichen Absetzbarkeit.
Rechenbeispiel: 4 Stunden Haushaltshilfe pro Monat
Rechenbeispiel mit der gesetzlichen Obergrenze für haushaltsnahe Serviceangebote in Sachsen, kein Sonnenseite-Angebot: Eine 78-jährige Dame ohne Pflegegrad bucht 2 Einsätze à 2 Stunden monatlich für Reinigung und Wäsche – 4 Stunden × 38,11 EUR = 152,44 EUR plus rund 8 EUR Fahrtkosten = 160,44 EUR/Monat.
Nach § 35a EStG ergibt das jährlich rund 385 EUR Steuerermäßigung – netto bleibt der Aufwand bei ca. 1.540 EUR/Jahr.
Parallel den Pflegegrad beantragen – auch bei akutem Bedarf
Wenn der Hilfebedarf voraussichtlich länger als 6 Monate anhält, ist ein Pflegegrad-Antrag fast immer wirtschaftlich sinnvoll. Schon Pflegegrad 1 bringt 131 EUR/Monat Entlastungsbetrag – das deckt einen Großteil der oben gerechneten 160 EUR.
Bei akutem Bedarf (z.B. nach Krankenhausentlassung, plötzlicher Verschlechterung) gibt es die MDK-Eilbegutachtung nach § 18 Abs. 3 SGB XI: innerhalb von 1 Woche bei stationärem Aufenthalt oder palliativer Versorgung, sonst innerhalb von 2 Wochen bei akuter Pflegesituation zu Hause.
- •Wann lohnt der Antrag: bei wiederkehrender Überforderung, unsicherer Mobilität, regelmäßigem Hilfebedarf
- •Wann reicht Privatzahlung: bei klar vorübergehendem Bedarf (z.B. nach OP, 6–8 Wochen)
- •Antrag formlos bei der Pflegekasse stellen (Telefon, Brief, Online-Portal)
- •MDK-Eilbegutachtung explizit anfordern bei akuter Situation
Anlaufstellen in Dresden für unabhängige Beratung
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Pflegegrad sinnvoll ist oder welche Leistungen passen, sind diese Dresdner Stellen kostenlos und unabhängig:
- •Pflegestützpunkt Dresden: 0351 488 5012 (Junghansstraße 2, 01277 Dresden) – Beratung nach § 7a SGB XI
- •Pflegekassen-Beratung: Jede Pflegekasse muss kostenlose Beratung bei Ihnen zu Hause anbieten (telefonisch beantragen)
- •PflegeNetz Sachsen: pflegenetz.sachsen.de – Übersicht aller anerkannten Anbieter
- •Sonnenseite Erstgespräch: 0351 20871908 – kostenlos und unverbindlich
Falls die Situation eskaliert (z.B. Verschlechterung über Nacht), nicht zögern und 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) anrufen – ggf. wird direkt ein Pflegebedarf nach Krankenhaus dokumentiert, was die Begutachtung beschleunigt.
Sie brauchen kurzfristig Entlastung ohne Pflegegrad und wollen parallel den Antrag prüfen? Wir starten ohne Wartezeit und unterstützen bei der Antragsvorbereitung. Rufen Sie an unter 0351 20871908.
Stand: September 2026
Faktenstand & Quellen
Dieser Artikel wurde redaktionell anhand offizieller Informationen zu Pflegeleistungen, Entlastungsbetrag und alltagsunterstützenden Angeboten geprüft.
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Über den Autor
Lennardt Hachmeister
Gründer & Geschäftsführer, Sonnenseite Alltagshilfen Dresden
Lennardt hat Sonnenseite Alltagshilfen im Februar 2026 gegründet, um Senioren in Dresden den Zugang zu §45a-anerkannten Alltagshilfen zu erleichtern.