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    Familie und Beraterin sprechen am Tisch über Notfallplanung und Vorsorge – Checkliste für pflegende Angehörige.
    Angehörige

    Notfall-Checkliste für pflegende Angehörige: 22 Punkte für Dresden

    09. April 2026
    Lesezeit: 8 Min.
    Lennardt Hachmeister

    Viele Familien funktionieren im Alltag nur, solange eine Hauptperson alles im Kopf behält. Bei Krankheit, Krankenhauseinweisung oder Sturz entsteht sofort Chaos – wenn nicht vorbereitet wurde. Diese Checkliste ist zum Abhaken gedacht.

    Kurzantwort

    Eine gute Notfallmappe enthält 22 Punkte – aufgeteilt in drei Bereiche: Dokumente und medizinische Daten, Vollmachten und Verfügungen sowie eine klare Sofort-Telefonliste mit Dresdner Anlaufstellen. Mindestens eine zweite Person muss wissen, wo die Mappe liegt.

    1. Notfallmappe: Dokumente und medizinische Daten (12 Punkte)

    Legen Sie eine Klarsicht-Mappe oder einen Ordner an, gut sichtbar zu Hause platziert (z.B. neben dem Telefon oder im Flur). Jede Position einmal abhaken:

    • Kopie Personalausweis und Versichertenkarte (Vorder- und Rückseite)
    • Name und Telefonnummer der Krankenkasse und Pflegekasse
    • Pflegegrad-Bescheid (Kopie) und Datum der letzten Begutachtung
    • Aktueller Medikationsplan (vom Hausarzt, max. 3 Monate alt)
    • Liste aller Diagnosen und Allergien (z.B. Penicillin, Latex)
    • Hausarzt: Name, Telefon, Adresse, Sprechzeiten
    • Fachärzte: Kardiologe, Neurologe, Augenarzt etc. mit Kontakt
    • Letzter Krankenhausentlassungsbrief
    • Patientenverfügung im Original (Aufbewahrungsort notiert)
    • Vorsorgevollmacht im Original (mit Bevollmächtigtem und Kontakt)
    • Notfallkontakte: 2–3 Personen mit Telefonnummer und Beziehung
    • Schlüsselregelung: Wer hat einen Wohnungsschlüssel?
    💡

    Hinterlegen Sie zusätzlich eine digitale Kopie der Mappe in einem Cloud-Speicher (z.B. als PDF in der eigenen Mail), damit Angehörige außerhalb von Dresden im Ernstfall auch zugreifen können.

    2. Sofort-Telefonliste mit Dresdner Anlaufstellen (5 Punkte)

    Diese Telefonliste gehört auf eine separate, große Karte direkt neben das Telefon. Im Notfall hat niemand Zeit zu suchen.

    • Notruf: 112 (Rettungsdienst, Feuerwehr) und 110 (Polizei)
    • Ärztlicher Bereitschaftsdienst Sachsen: 116 117 (außerhalb der Sprechzeiten)
    • Hausarzt-Direktnummer (Tagsüber)
    • Pflegestützpunkt Dresden: 0351 488 5012 (kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI)
    • Sonnenseite Alltagshilfen: 0351 20871908 (kurzfristige Entlastung im Alltag)
    💡

    Speichern Sie diese 5 Nummern zusätzlich im Handy der pflegenden Person UND im Handy mindestens eines Angehörigen.

    3. Vorbereitung der ersten 48 Stunden (5 Punkte)

    Wenn die Hauptpflegeperson ausfällt – durch Krankheit, Krankenhauseinweisung oder einen privaten Notfall – sind die ersten 48 Stunden entscheidend. Klären Sie diese Punkte vorab. Lebt die zu pflegende Person allein, lohnt ein Blick in unseren Ratgeber Senior:innen allein zuhause sicher mit Hausnotruf- und Wohnungs-Tipps.

    • Wer übernimmt sofort Einkauf und Mahlzeiten?
    • Wer begleitet zu bereits gebuchten Arztterminen oder sagt sie ab?
    • Wer informiert Pflegedienst, Tagespflege oder Alltagshilfe über den Ausfall?
    • Wer kümmert sich um Haustiere, Pflanzen, Post?
    • Wer hat in der Nacht die Erreichbarkeit, wenn die zu pflegende Person allein wohnt?

    4. Vier typische Notfall-Szenarien – was konkret zu tun ist

    Szenario A – Sturz zu Hause: Bei Bewusstsein und sichtbaren Verletzungen 112 wählen. Nicht aufheben, wenn Hüfte oder Wirbelsäule betroffen sein könnten. Bei kleinerem Sturz ohne Verletzung trotzdem den Hausarzt informieren (Sturzursache klären – oft Medikamente oder Blutdruck).

    Szenario B – Plötzliche Krankenhauseinweisung: Notfallmappe mit ins Krankenhaus geben (Patientenverfügung, Medikationsplan, Allergien). Innerhalb 24 Stunden Pflegekasse über Krankenhausaufenthalt informieren – das schiebt das Pflegegeld weiter, sichert aber Kurzzeitpflege-Ansprüche.

    Szenario C – Ausfall der Hauptpflegeperson (z.B. eigene Krankheit): Verhinderungspflege beantragen (gemeinsamer Topf mit Kurzzeitpflege, 3.539 EUR/Jahr ab PG 2). Sonnenseite oder andere Alltagshilfen können Lücken kurzfristig schließen.

    Szenario D – Demenz-Krise (Desorientierung, Weglauf-Tendenz): Im Akutfall den Hausarzt anrufen, bei Selbst- oder Fremdgefährdung den sozialpsychiatrischen Dienst Dresden (0351 488 5345). Langfristig: Demenz-Spezialberatung bei der Alzheimer Gesellschaft Dresden e.V. (Striesener Straße 39).

    💡

    Drucken Sie diese 4 Szenarien aus und legen Sie sie der Notfallmappe vorne ein – im Stress hilft eine schriftliche Anleitung mehr als jedes Erinnerungsvermögen.

    Sie möchten Alltagshilfe als Backup-Plan für den Notfall einrichten? Wir besprechen mit Ihnen, was kurzfristig in Dresden organisierbar ist und welche Pflegekassen-Budgets dafür nutzbar sind.

    Stand: April 2026

    Faktenstand & Quellen

    Dieser Artikel wurde redaktionell anhand offizieller Informationen zu Pflegeleistungen, Entlastungsbetrag und alltagsunterstützenden Angeboten geprüft.

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    Häufige Fragen

    Lennardt Hachmeister, Gründer Sonnenseite Alltagshilfen Dresden

    Über den Autor

    Lennardt Hachmeister

    Gründer & Geschäftsführer, Sonnenseite Alltagshilfen Dresden

    Lennardt hat Sonnenseite Alltagshilfen im Februar 2026 gegründet, um Senior:innen in Dresden den Zugang zu §45a-anerkannten Alltagshilfen zu erleichtern.

    M.Sc. Wirtschaftspsychologie Anerkannt nach §45a SGB XI (KSV Sachsen)